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Willkommen bei den Sch’tis

Willkommen bei den Sch’tis

Originaler Name: Bienvenue chez les Ch'tis

Einschätzung des Publikums : 5 etoiles(29 Stimmen)
Erhältliche Fassungen : description de

Philippe Abrams ist seit vielen Jahren Leiter einer Postfiliale in Salon-de-Provence im Hinterland von Marseille, wo er mit seiner unzufriedenen Frau Julie und seinem Sohn Raphael lebt. Julie möchte in eine schönere Gegend ziehen, worauf sich Philippe um einen der begehrten Leitungsposten am Mittelmeer bemüht. Nach erfolglosen Anläufen und harscher Kritik von seiner Frau versucht er, sich Vorteile zu erschleichen, indem er sich als Behinderter im Rollstuhl ausgibt.

Als der Betrug auffliegt, wird Philippe zur Strafe für zwei Jahre nach Bergues im äußersten Norden Frankreichs versetzt. Die Region Nord-Pas-de-Calais gilt bei den Südfranzosen als kalt und unwirtlich, die Bewohner als eher rustikal und etwas beschränkt, und das dort gesprochene Ch'ti ist schwer verständlich. Die über das Versagen erboste Julie beschließt, mit dem Sohn im Süden zu bleiben, und Philippe muss den Weg in den Norden allein antreten.
Dany Boon während der Dreharbeiten im Juni 2007

Als Philippe nachts im Wolkenbruch ankommt, fährt er mit dem Auto seinen neuen Kollegen Antoine an, der auf ihn gewartet hat. Antoine bringt den Neuankömmling in die Direktor-Dienstwohnung über dem Postamt. Weil es dort keine Möbel gibt, nimmt er ihn aus Mitleid in der Wohnung auf, in der er mit seiner dominanten Mutter wohnt. Philippe versteht Antoines Dialekt kaum, ist über die Stadt befremdet, über das altmodisch eingerichtete Postamt, über den lokalen Maroilles-Käse, über die neuen Kollegen und über die Kunden, die er ebenfalls nicht versteht. Seine Stimmung ist auf dem Tiefpunkt.

Das Blatt wendet sich schon bald, als die neuen Kollegen ihm einen Vorrat gebrauchter Möbel präsentieren, die sie innerhalb nur eines Tages für ihn gesammelt haben. Philippe ist besänftigt und bereit, sich in die örtlichen Gewohnheiten einführen zu lassen. Er isst Fritten mit Frikandeln und hört sich das Carillon (Glockenspiel) im Turm an, auf dem Antoine spielt. Er fährt mit nach Lille ins Restaurant und übt die Aussprache solange, bis er beim Kellner auf „Sch’ti“ bestellen kann – der nichts versteht, weil er aus Paris stammt. Beim Briefeaustragen mit Antoine lernt er die Kleinstadtbewohner als herzliche, unkomplizierte und gastfreundliche Menschen kennen und schätzen. Besonders mit Antoine freundet er sich an.
Glockenturm von Bergues

Als Philippe nach zwei Wochen das erste Mal für das Wochenende zu seiner Familie zurückkehrt, relativiert er zunächst die Klischees („...da gibt es durchaus nette Menschen...“), was seine Frau und Freunde als eine tapfere Lüge betrachten. Nachdem seine Frau den vermeintlichen heroischen Durchhaltewillen des bis dahin biederen Beamten bewundert, wandelt sie sich von der ständig nörgelnden Zicke zur umsorgenden Ehefrau. Philippe genießt nun sein „geteiltes Leben“: Die fröhlichen Kumpels im Norden, mit denen er kleine Abenteuer erlebt, und die treusorgende Gattin im Süden. Er sieht sogar eine Chance, seine Ehe zu retten; so bedient er mit kleinen Flunkereien die gängigen Klischees und erweckt den Eindruck, sein Leben im Norden sei „die Hölle“.

Eines Tages jedoch beschließt Julie aus Solidarität zu ihrem Helden, spontan mit in den Norden zu fahren. Nur durch eine List kann Philippe der sofortigen Enttarnung entgehen. Als seine Frau am nächsten Tag nachreist, lassen ihn seine neuen Freunde trotz anfänglicher Verärgerung – Philippe hat gebeichtet, was er seiner Frau über sie erzählt hat – nicht hängen: Sie zerren die soeben angekommene Julie zu einer fröhlichen Sauftour in den alten Posttransporter und laden sie in einer verlassenen Bergarbeitersiedlung mit verfallenen Häusern aus, an deren Ortseingang sie das Schild „Bergues“ montiert haben. Dort haben sie nicht nur ein verfallenes Haus als Philippes „Höllenloch“ hergerichtet; sie selbst spielen mit großer Hingabe genau die Rabauken und Deppen, für die sie von den Südfranzosen gehalten werden. Julie ist beeindruckt von Philippes Durchhaltefähigkeit und liebt ihren Mann noch mehr.

Doch schließlich fliegt auch diese Lügengeschichte auf. Julie findet in das echte Bergues und lernt die Kleinstadt, das Postamt, die Kollegen und die Dienstwohnung kennen. Philippe entschuldigt sich bei ihr, doch sie reist verärgert ab. Nachdem er dem schüchternen Antoine zur Loslösung von seiner Mutter und zum lang ersehnten Heiratsantrag an dessen große Liebe Annabelle verholfen hat, entführt er den alten Posttransporter und fährt zu seiner Frau in den Süden, um ihr seine erneuerte Liebe zu gestehen. Julie und Raphael lassen sich erweichen, die Familie zieht gemeinsam in den Norden und wird dort heimisch.

Als Philippe nach drei Jahren seine erneute Versetzung erhält, nun auf den ursprünglich begehrten Posten an der Côte d’Azur, gibt es einen tränenreichen Abschied.

http://de.wikipedia.org/wiki/Willkommen_bei_den_Sch%E2%80%99tis
http://fr.wikipedia.org/wiki/Bienvenue_chez_les_Chtis
http://www.allocine.fr/film/fichefilm_gen_cfilm=126535.html

kreiert: 06.11.2009 | geschrieb.: 06.11.2009 | modif.: 00.00.0000


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