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  • Re: Nonnen drehen einen Videoclip
    (01.01.70 01:00) Forum : Haben die Damen Damen vor 5 Jahren schon mal gemacht... https://www.youtube.com/watch?v=FKrz2XxFJ4k...
  • Les choses humaines Karine Thuil Prix Interallié 2019
    (01.01.70 01:00) Forum : Dieser 2-fach preisgekrönte Roman von Karine Thuile(Prix Interallié 2019/Prix Goncourt des lycéens 2019) ist ein spannender und zeitkritischer Roman, der nicht nur im Zeichen des aktuellen Feminismus und der „ Me - too”-Bewegung ein sexuelles Fehlverhalten eines Studenten (Alexandre Farel) und die damit verbundenen juristischen, sozialen und psychologischen Folgen für die Klägerin(Mila Wizman), den Beklagten und die Familie des Beklagten darstellt, sondern problematisiert auch viele andere aktuelle Entwicklungen in unserer Gesellschaft, vor allem die Rolle der Medien (insbesondere der sozialen Medien) und ihr Einfluss auf die öffentliche Meinung , die politische Welt und das Denken und Leben des Individuums. Schicksalsschläge wie Krebserkrankunge, Alzheimer und andere Probleme älterer Menschen, Sterbehilfe, Arbeitslosigkeit, Eheprobleme und Scheidung , Erziehungsfragen, Rassismus, islamistische Aktivitäten und Mobbing werden oft ausführlich und multiperspektivisch erfasst. Männliche und weibliche Perspektiven werden hinterfragt, wobei auch existenzielle Fragen wie die Frage nach dem menschlichen Glück und die Frage nach der Dauerhaftigkeit von Liebesbeziehungen und dem Sinn des Lebens immer wieder und z. T. mit Bezügen auf Zitate aus der Welt der Literatur (Georges Bataille), Musik(Charles Aznavour) und Philosophie(Friedrich Nietzsche) angesprochen werden. Die handelnden Personen schwanken in ihrem Denken und in ihren Gefühlen, sodass auch scheinbar zu verurteilende Charaktere wie der alternde egoistische Starjournalist Jean Farel , der als Vater des der Vergewaltigung angeklagten Studenten z. T. versagt hat, durchaus auch moralisch positives Verhalten zeigen. So ist es Jean Farel, der sich trotz seiner eindeutigen menschlichen Unzulänglichkeiten oft in rührender Weise um seine langjährige Geliebte Françoise Merle kümmert, als diese an Alzheimer erkrankt und ihren Beruf als Journalistin nicht mehr ausüben kann. Es wird auch deutlich, dass Jean Farel unter seiner problematischen Kindheit (Ermordung der als Prostituierte arbeitenden Mutter durch den alkoholisierten kriminellen Vater) leidet und in seinem beruflichen Erfolg eine Kompensation zu diesem schwierigen Start ins Leben sieht. Auch die Mutter(Cécile Farel) des angeklagten Studenten ist geprägt durch eine problematische Kindheit, durch ihr Engagement für die feministische Bewegung sowie innere Widersprüche auf der Suche nach dem familiären und beruflichen Glück als Journalistin. Als sie sich schließlich von dem wesentlich älteren Jean Farel trennt und versucht, ihre außereheliche Beziehung zu dem unglücklich verheirateten jüdischen Lehrer Adam Wizman zu festigen, wird auch diesem Glückszustand durch den Prozess gegen ihren Sohn Alexandre ein brutales Ende gesetzt, weil Alexandre vorgeworfen wird, die Tochter von Adam Wizman(Mila Wizman) vergewaltigt zu haben. Alexandre, gedrängt von anderen Studenten,hatte im Rahmen eines moralisch unzulässigen Studentenstreichs (Bizutage) einen sexuellen Kontakt zu Mila, die er eigentlich eher als mögliche Partnerin ablehnte. Vor dem Prozess, während des Prozesses und nach dem Urteil (5 Jahre Gefängnis/ Bewährungsstrafe) stehen die Aussagen von Mila und ihrer Unterstützer im Gegensatz zu der Version Alexandres und dem ihm freundlich gesinnten Umfeld. Dabei wird sehr deutlich, dass es 2 verschiedene Versionen dieses sexuellen Übergriffs geben kann. Nicht nur Mila erscheint als bedauerns-wertes Opfer, sondern auch der bisher sehr erfolgreiche Student Alexandre, dessen berufliche Existenz vernichtet wird und der sich einer allgemeinen gesellschaftlichen Verachtung ausgesetzt sieht. Alexandre erkennt erst lange nach dem sexuellen Übergriff, wenigstens ansatzweise, das Leid des Opfers Mila, das im Rahmen ihrer Persönlichkeit und ihres religiösen Umfelds in ergreifender Weise geschildert wird. Die Problematik des sexuellen Kontakts in beiderseitigem Einvernehmen(Version Alexandres) trennt die Welt Milas(kein Widerstand vor allem aus Angst vor einem vermeintlich vorhandenen Messer Alexandres) von der anderen Welt des sexuell freizügigeren Alexandre, dessen Persönlichkeit (wie auch die Milas) während des Prozesses in einer z. T. fragwürdigen und vom Druck der Medien bestimmten Form analysiert wird. Thematisiert wird auch eine unglückliche Liebes-beziehung Alexandres zu einer wesentlich älteren Karrierefrau(Yasmina Vasseur), die mit Hilfe von Jean Farel und ohne Wissen Alexandres eine nicht legale Abtreibung vorgenommen hat und sich von Alexandre trennte, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Im Prozess sagt sie aus, dass sie angesichts des Drängens Alexandres, die Beziehung fortzusetzen, eine völlig unberechtigte Klage wegen sexueller Belästigung eingereicht habe. Sie schildert den in sie verliebten Alexandre, der lange unter dieser Beendigung seiner Beziehung zu ihr litt, als sensiblen Studenten. Sowohl Cécile Farel als auch ihr Ex-Ehemann Jean Farel, der nach seiner von Cécile eingereichten Scheidung mit einer wesentlich jüngeren Frau (Quitterel Valois) verheiratet ist und mit ihr eine gemeinsame Tochter hat, unterstützen ihren Sohn während des Prozesses, obwohl die überzeugte Feministin Cécile an der Unschuld ihres Sohns zweifelt. Alexandre erscheint als von seinen Eltern lange Zeit vernachlässigter Sohn , der nicht nur in seiner Kindheit viele psychologische Probleme hatte. Das ihm von seinen Eltern aufgedrängte Streben nach Perfektion in Schule und Universität, Ein-samkeit, ein Selbstmordversuch und andere existenzielle Fragen prägten das Leben Alexandres vor dem sexuellen Übergriff. Sowohl Cécile als auch Jean Farel erscheinen auch als karriereorientierte Vertreter einer bürgerlichen Elite, die die Fassade des Glücks und Erfolgs trotz ihrer inneren Zerrissenheit gegenüber der Außenwelt aufrecht erhalten will, wobei der von dem stolzen Vater Jean Farel ausgehende Leistungsdruck von ihm immer wieder auch als Kompensation für seine eigene unglückliche Kindheit zu verstehen ist. Die innere Zerrissenheit des Starjournalisten, der nicht nur persönlich, sondern auch beruflich (vorübergehende Entlassung) unter dem Prozess leidet, obwohl er nach einer von ihm gesteuerten Intrige seine Wiedereinstellung erreicht , wird auch an seinem gescheiterten Selbstmordversuch deutlich. Als er sich angesichts seiner todkranken Ex-Geliebten Françoise aus Verzweiflung töten will, erhält er eine Nachricht von seiner jungen Frau Quitterie, die ihm deutlich macht, dass seine Familie und Alexandre ihn brauchen. Trotz seines fehlenden Universitätsabschlusses gründet der Polytechniker Alexandre nach dem Urteil in den USA ein sehr erfolgreiches Start-up-Unternehmen, das virtuelle Kontakte zwischen Männern und Frauen vermittelt, die sich vertraglich bestimmte Verhaltensweisen auch im sexuellen Bereich zusichern. Der erfolgreiche Geschäftsmann Alexandre hat seine innere Zerrissenheit nicht überwunden. Insgesamt gesehen ist dieser Roman eine deutliche Kritik am Missbrauch moderner Medien und lässt eine z. T. pessimistische Perspektive auf die menschliche Existenz erkennen. Geburt und Tod erscheinen im von Cécile geprägten Schlussteil als Lebensetappen, zwischen denen Zufälle, meist nicht dauerhafte Liebesbeziehungen und andere Schicksalsschläge das Leben bestimmen und damit das brüchige menschliche Glück, wobei die menschliche Sexualität oft das Leben dominiert. Dennoch ist der Roman lesenswert, weil er in einer multiperspektivischen Form zum Nachdenken über Probleme und Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft anregt. Die deutliche Kritik an der „Me-too”-Bewegung ist ebenfalls hervorzuheben....
  • Frankreich kommt beim Impfen nicht vom Fleck
    (01.01.70 01:00) Forum : https://www.bazonline.ch/frankreich-kom ... 6935882353...
  • Cap Canaille Christophe Gavat Prix quai des Orfèvres 21
    (01.01.70 01:00) Forum : Der Autor dieses Kriminalromans kennt als Karriere-Polizist offenbar wesentliche psychologische und strukturelle Aspekte des französischen Polizeiapparats. Auch wenn es sich nicht unbedingt um eine literarische Meisterleistung handelt, ist es Christophe Gavat als seit 2018 voll rehabilitiertes zeitweiliges Opfer eines Justizirrtums(Drogengeschäfte) gelungen, einen Gangsterkrieg zwischen Kriminellen aus Paris und Marseille spannend darzustellen. Beeindruckend ist das Bemühen des Autors um eine differenzierte Analyse der Schwächen, Stärken und Gefühle von Polizisten und Kriminellen, die in ihren Lebenskrisen, Selbstzweifeln und psychologischen Entwicklungen charakterisiert werden. Der Polizeiapparat erscheint als eine familienähnliche Struktur, die durch Solidarität, Rivalitäten, Selbstüberschätzung, Fehler und Mitleid geprägt ist. Auch Kriminelle werden z. T. als mitfühlende und verletzliche Menschen dargestellt. Im Zentrum der Handlung steht der nach dem frühen Tod seines Sohns (Octave) durch Existenzkrisen belastete Polizeikommandant Henri Saint-Donat, der außer seiner langjährigen Erfahrung und Kompetenz ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen für seine Kollegen und für Kriminelle hat. Der in Marseille tätige Polizeikommandant engagiert sich auch für lebensbedrohlich erkrankte Kinder, womit er das seinem Sohn gegebene diesbezügliche Versprechen hält. Saint-Donat kennt die Lebensgeschichte der intelligenten , aber z. T. auch einfühlsamen Gangsterkönigin Nathalie Fournier, die Opfer eines brutalen Mordanschlags wird. Er hat der einstmals schwangeren Kriminellen bei einem gescheiterten Einbruch durch sein rechtzeitiges Eingreifen das Leben gerettet und dafür gesorgt, dass sie mit einer milden Strafe davonkam. Saint-Donat, der sie in ihrer kriminellen Karriere zwar verurteilt, empfindet Mitleid für Nathalie Fournier, die um ihre Freundin trauert, die beim Einbruchversuch ums Leben gekommen ist. Das wechselseitige Verständnis zwischen einem Polizisten und einer Kriminellen spiegelt sich auch in der Tatsache wieder, dass sie ihren Sohn nach dem verstorbenen Sohn Saint-Donats Octave nennt und dass Saint-Donat sich nach ihrem Tod um ihren Sohn kümmert. Lucie Clert, die dynamische und manchmal zu impulsiv handelnde Kollegin Saint-Donats,die sich um ihren an Demenz erkrankten Vater sorgt, ihr in sie verliebter bedächtig handelnder Kollege Basile Urteguy, der als verständnisvoller Chef dieser Polizisten erscheinende Francis Larrivée und einige andere trotz ihrer persönlichen Probleme korrekt agierende Polizisten vervollständigen das Bild eines eher menschlichen Polizeiapparats mit Schwächen. Gemeinsam gelingt es schließlich den engagierten Polzisten, einen zweifachen Mord im Gangstermilieu aufzuklären. Auf der kriminellen Seite hervorzuheben ist Daniel Rabutin, der Chef der Bande ehemaliger Legionäre mit fragwürdigem Ehrenkodex, die den Mord an der Gangsterkönigin rächen will. Seine Gegenspieler sind die aus einer sozial problematischen Cité Marseilles stammenden 3 Brüder Yacine, Bilal und Khaled Hosni. Es fällt auf, dass auch kriminelle Opfer in ihrem Leid und ihren Gefühlen zumindest ansatzweise erfasst werden. Ein besonders interessanter Aspekt dieses Romans ist sicherlich die anschauliche Schilderung der klimatischen und geographischen Lebensbedingun-gen sowie der Mentalität der Bewohner der Stadt Marseille. Der Autor lässt auch erkennen, dass er Humor hat. Bedauerlich ist, dass Christophe Gavat auf das aktuelle heiß diskutierte Thema der „Polizeigewalt” kaum eingeht, obwohl er selbst Opfer fragwür-diger Methoden der Polizei anlässlich seiner unrechtmäßigen Verhaftung gewesen ist. Das weitgehend positive Bild der Polizei, das er dem Leser präsentiert, ist sicherlich sehr subjektiv, gibt aber dennoch einen diskussionswürdigen Einblick in das Selbstverständnis mancher französischer Polizisten. Es wäre zu einfach, diese Perspektive des Autors nur als Verklärung der Wirklichkeit heutiger Polizeiarbeit abzutun....
  • Re: Claude Brasseur ist tot
    (01.01.70 01:00) Forum : Eine Kultsequenz aus dem Kultfilm : " Un éléphant , ça trompe énormément " ( unübersetzbares Wortspiel )Il est où ,René ? https://www.youtube.com/watch?v=B4WJk2G9g38&list=PLkRlsskrlrXE3C804jmP4ZpnMCifAF6iZ&index=2...
  • Re: Jérôme Fourquet - L'archipel Français
    (01.01.70 01:00) Forum : Mislep für die Einführung ins Buch, sowas interessiert mich immer sehr und als Leser von man muss Frankreich Lieben um es zu verstehen(da geht es um den Wahlkampf von Macron), ist das natürlich ein Buch, das ich haben muss....
  • Re: Miss France 2020 Skandal
    (01.01.70 01:00) Forum : Überall merkt man immer deutlicher, wie die sozialen Netwerke ausser Kontrolle geraten. In Frankreich hat das zu einem schrecklichen Verbrechen geführt (Samuel Paty) und die antisemitischen Angriffe gegen miss france sind leider "nur" ein weiteres Beispiel. Wenn das Gesetz nichts tun kann, vielleicht kommt es von allein zu einen grösseren Bewusstsein der Users.... ?...
  • L'anomalie Hervé Le Tellier Prix Goncourt 2020
    (01.01.70 01:00) Forum : Mit Bezug auf einen Notfall während eines Flugs von Paris nach New York im Juni 2021 behandelt der Autor zwischenmenschliche Probleme sowie grundsätzliche Existenzprobleme. Während vor allem das erste Kapitel den Eindruck vermittelt, es könnte sich um einen Kriminalroman bzw. Thriller handeln, wird dann aber doch deutlich, dass dieser Roman durch Science Fiction(Star Trek), aber auch viele philosophische, religiöse und psychologische Fragen sowie romantische Elemente bzw. Liebesgeschichten geprägt ist. Häufige Zitate(Nietzsche, Descartes, Camus ) und zum Nachdenken anregende prägnante Werturteile der Protagonisten und des Autors sind ein weiteres wesentliches Merkmal dieses ungewöhnlichen Romans, der auch eine deutliche Kritik an der Literaturbranche darstellt. Im Mittelpunkt der Rahmenhandlung stehen die Passagiere des Flugs von Paris nach New York, von denen eine Auswahl in ihrer Entwicklung genauer dargestellt werden: der Berufskiller Blake mit seinem bürgerlichen Doppelleben, der homosexuelle nigerianische Popstar Slimboy, der unter seiner Erfolglosigkeit und Einsamkeit leidende Schriftsteller Victor Miesel , der Architekt André Vannier, der herausgefordert wird durch seine persönlichen Schwächen und ein komplexes Liebesverhältnis mit der in der Filmbranche arbeitenden Lucie Bogaert, der kranke Pilot David Markle, die mit einem persönlichkeitsgestörten US-Soldaten (Clark) verheiratete Avril Kleffman und ihre Tochter Sophia sowie die Staranwältin Joanna und die junge Adriana. Die Wissenschaftler Adrian Miller und Meredith Harper, Vertreter von FBI und NSA,Vertreter der Religionsgemeinschaften und religiöse Fanatiker(Jacob) sowie führende Politiker(der US-Präsident, der französische Präsident Macron, der chinesische Regierungschef ), Starjournalisten(Stephen Colbert mit seiner fragwürdigen Fernsehshow) und etliche weitere Personen(z. B. Anne, die heimliche Liebe Victor Miesels) bestimmen weitere wesentliche Etappen der Handlung. Der wichtigste Science Fiction-Kniff des Romans besteht in der Tatsache, dass es 2 Kopien eines Flugs vom März 2021(inklusive Passagiere) gibt. Der US-Präsident beendet schließlich die damit verbundenen allgemeinen Verwirrungen und Chancen durch eine verheerende Entscheidung. Der Roman, der auch trockenen Humor und Ironie erkennen lässt, ist lesenswert, vor allem wegen seiner intensiven philosophisch-psychologischen Prägung sowie der letzlich positiven Darstellung erfolglos erscheinender Liebesbeziehungen (Victor Miesel und Anne), hinterlässt bei mir allerdings auch zwiespältige Eindrücke. Die Fülle der erfassten Personen ist verwirrend, der Schluss erscheint etwas klischeebehaftet und wenig phantasievoll. Dass ausgerechnet der Berufskiller Blake lange Zeit unbehelligt sein Unwesen treiben kann, erscheint schwer vereinbar mit dem deutlichen philosophisch-moralischen Anspruch des Romans....
  • Nature humaine Serge Joncour Prix FEMINA 2020
    (01.01.70 01:00) Forum : Dieser vielschichtige Roman von Serge Joncourt, der 2020 mit dem Prix FEMINA ausgezeichnet wurde,behandelt am Beispiel der südfranzösischen Bauernfamilie Fabrier ökologische, wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklungen Frankreichs im Zeitraum 1976 bis 2000. In diesem Roman werden viele auch heute noch aktuelle ökologische Probleme in einer oft emotionalen Form in Verbindung mit prägnanten Werturteilen erfasst, z. B : Atomkraftwerke, Autobahnbau, extensive Landwirtschaft und Massentierhaltung, Ölpest, Unwetterkatastrophen im Zeichen des Klimawandels, Fehlentwicklungen der Konsumgesellschaft, Lebensmittelskandale. Drei Generationen der Bauernfamilie Fabrier erleben die gewaltigen Veränderungen der Lebens-bedingungen und reagieren darauf auf höchst unterschiedliche Weise. Während Alexandre Fabrier trotz vieler Kompromisse und langwieriger Erkenntnisprozesse sich immer mehr die Grundsätze einer umweltschonenden biologischen Landwirtschaft zu eigen macht, distanzieren sich seine 3 Schwestern(Caroline, Vanessa, Agathe) allmählich vom Landleben und ziehen das Leben in Städten vor. Eine Zwischenposition nehmen die Eltern Alexandres ein, die nur ein ansatzweises Umweltbewusstsein entwickeln. Der Druck der in der Stadt lebenden Schwestern wird schließlich zu einem Existenzproblem für Alexandre. Politisch relevante Personen wie die Präsidenten Giscard d’Estaing und Mitterrand stehen im Zentrum vieler Entwicklungen und Diskussionen. Eine interessante Figur ist auch der alte Bauer Joseph Crayssac, der als enga-gierter Umweltaktivist mit seiner Kritik an der Konsumgesellschaft und an fragwürdigen neuen Agrarmethoden nach Meinung Alexandres schließlich in vielen Dingen Recht hat, sodass Alexandre sich nach dessen Tod als sein Nachfolger betrachtet. Dass der Autor auch Humor hat, kann man an seiner Darstellung des Werbemanagers Edouard sehen, der anlässlich der Herstellung eines Werbespots für Fleisch auf dem Bauernhof einige besondere Probleme hat . Der Roman ist aber auch eine rührende und dramatische deutsch-französische Liebes-geschichte zwischen dem Bauernsohn Alexandre Fabrier und der aus der DDR stammenden Studentin Constanze. Die Biologie- und Jurastudentin Constanze, die Alexandre in der WG ihrer in Toulouse studierenden Schwester Caroline kennenlernt, ist die große Liebe Alexandres, die Constanze auch erwidert. Trotz ihrer Kontakte z. T. gewaltbereiten linksorientierten Umwelt-aktivisten(Anton, Xabi) distanziert sich Constanze weitgehend von politischer Gewalt, sie animiert jedoch Alexandre, sich an illegalen Aktionen zu beteiligen. Obwohl beide die Liebe zur Natur und zum bäuerlichen Leben teilen, wird ihre Liebesbeziehung vor allem belastet durch das ausgeprägtes Freiheitsbedürfnis Constanzes , ihr Reisebedürfnis und ihre humanitäre Grund-einstellung, die sie schließlich veranlasst, im Auftrag einer Hilfsorganisation in Indien eine ökologisch orientierte Entwicklungshilfe zu leisten. Die über Jahre hinweg gelegentlichen Treffen Constanzes mit Alexandre führen nicht zu einer dauerhaften Lebensgemeinschaft. Während Alexandre, der trotz vieler Selbstzweifel weiterhin Kontakte zu z.T. gewaltbereiten Umweltak-tivisten hat, 1999 schließlich mit einem spektakulären Plan sein Leben als Bio-Kleinbauer, immer noch in der verzweifelten Hoffnung auf eine Zukunft mit Constanze, vorbereitet, scheint Constanze sich immer mehr von ihm zu entfernen. Zu bedauern ist, dass der Autor den politischen Widerstand in der DDR völlig ausklammert, was auch mit der kritischen Persönlichkeit Constanzes nicht vereinbar scheint. Insgesamt ist der Roman aber sehr lesenswert....
  • Macron positiv getestet
    (01.01.70 01:00) Forum : Frankreichs Präsident Macron hat sich offenbar mit dem Coronavirus infiziert. Nach Krankheitssymptomen habe man einen Test gemacht - und dieser sei positiv ausgefallen, teilte der Élysée-Palast mit.https://www.tagesschau.de/ausland/macron-coronavirus-101.html...
  • Re: Nicht lebensnotwendig - pas essentiel
    (01.01.70 01:00) Forum : Recht hat er der "große kranke Körper"... ...
  • La grande épreuve Etienne de Montety Prix de l'Académ
    (01.01.70 01:00) Forum : La grande épreuve Etienne de Montety Prix de l’Académie française 2020 Der Autor dieses preisgekrönten Romans lässt sich inspirieren durch den tragischen Tod des Priesters Jacquel Hamel, der 2016 von 2 fanatisierten jungen Islamisten ermordet wurde. Der Roman ist aber keine diesbezügliche Reportage, sondern eine anspruchsvolle literarische Bearbeitung, die nicht nur den islamistischen Terror thematisiert, sondern gibt auch die psycho-logische und soziale Entwicklung von Personen aus unterschiedlichen sozialen Milieus in einer sehr differenzierten Form wieder und bezieht historische Aspekte mit ein(Algerienkrieg) . Perspektivenwechsel, innere Monologe sowie eine gezielt eingesetzte bildhafte Sprache und prägnante Schlüsselwörter zur Charakterisierung von Personen und zur Klärung von Situa-tionen prägen den Stil dieses z. T. in einfacher Sprache verfassten Romans. Die Hauptpersonen des Romans sind der Priester Georges Tellier, die weltliche Nonne Agnès Mauconduit, der Polizist Frédéric Nguyen, der unehelich geborene David(Daoud) Berteau, der Sohn eines marokkanischen Immigranten(Hicham Boulaïd) sowie seine Adoptiveltern François und Laure Berteau. Aber auch Audrey(Freundin und später Frau von Frédéric Nguyen) sowie die zeit-weiligen Freundinnen von Hicham Boulaïd(Emma) und David Berteau (Coralie und Joëlle) spielen eine nicht unwesentliche Rolle in diesem Roman. Viele der im Roman dargestellten Personen sind konfrontiert mit Existenzproblemen, Selbstzweifeln und der Suche nach lebenssinnstiftenden Wahrheiten. Hicham Boulaïd , David Berteau sowie einige andere von Fanatismus erfasste Vertreter des Islams werden in vielen aufschlussreichen Facetten erfasst. Der ebenfalls unehelich geborene Frédéric Nguyen, der vietnamesische Wurzeln hat, wird als Musterbeispiel einer gelungenen Integration herausgestellt. Der sozial engagierte Priester Georges Tellier, der im französischen Algerien ein auf Ausgleich zwischen Franzosen und Arabern bedachter Lehrer und Soldat war, engagiert sich nicht nur für seine Kirchenarbeit, sondern schließlich auch in einem Hospiz. Georges Tellier, der intensiv über Glaubens- und Existenzfragen nachdenkt, ist in einigen Aspekten mit Figuren aus dem Camus-Roman „La peste vergleichbar “; das Camus-Ideal des Heiligen ohne Gott wird im Roman auch ausdrücklich angesprochen. Tellier und viele andere Hauptpersonen des Romans(vor allem Frédéric und Agnès) opfern sich für ein Ideal auf. Im Fall der dargestellten Islamisten ist der von ihnen definierte Idealismus eine deutlich angesprochene Form der Fehlentwicklung, die in vielen wesentlichen Aspekten erklärt wird. Die Ermordung des Priesters durch Hicham Boulaïd und die von David Berteau zu verantwortende schwere Verletzung eines weiteren alten Mannes sowie der selbstmörderische Angriff der beiden Attentäter auf die Polizisten in einer Kirche ist eine Folge dieser Fehlentwicklung. An dem Trauergottesdienst nehmen auf Einladung des Bischofs auch Muslime teil, die das Attentat verurteilen. Insgesamt handelt es sich um einen Roman, der zwar den islamistischen Terror verurteilt, aber mit seiner Erfassung vieler parallel existierender Lebenswirklichkeiten die Leser zu eigenen Gedankengängen hinsichtlich ihrer Existenz einlädt....
  • Laurent Voulzy : loreley , loreley
    (01.01.70 01:00) Forum : Der während des Lockdowns komponierte Song :https://www.youtube.com/watch?v=FGQ7zvgAUe8Die Worte vom Song :Loreley, LoreleyLaurent VoulzyNe vois tu rien venir? Ne vois tu rien venir?Loreley, LoreleyL'espoir est son navireNe vois tu rien venir? LoreleyEt je rêve de l'amour parfaitD'un monde idéal, sans remord et sans regretSur la terre, pourquoi tant de larmesTant de temps perdu, tant de batailles en vainNe vois tu rien venir? Ne vois tu rien venir?Loreley, LoreleySans amour, c'est mourirNe vois tu rien venir? LoreleyEt j'attends que les anges du cielNous ouvrent les yeuxLe cœur et nous donnent des ailesPour devenir quand on s'abandonneLa coupe qui reçoit et la fontaine qui donneNe vois tu rien venir? Ne vois tu rien venir?Loreley, LoreleyEntends tu ces soupirs?Ne vois tu rien venir? LoreleyHo-hé, LoreleyHé-ho sur l'eauHé-ho, Loreley, là haut, de tout là hautNe vois tu rien… Laurent erklärt , wie ihm die Idee dieses Songs eingefallen ist :https://www.youtube.com/watch?v=mDsn2nRKCVQ...
  • Histoire du fils (Marie-Hélène Lafon 2020) Prix Renaudot
    (01.01.70 01:00) Forum : Histoire du fils von Marie-Hélène Lafon(Prix Renaudot 2020) Eine spannende und bewegende Familiengeschichte, die ein ganzes Jahrhundert und damit einige interessante allgemeinhistorische Aspekte(Résistance, Kollaboration) umfasst und auch heute noch aktuelle Chancen und Probleme zwischenmenschlicher Beziehungen eindrucksvoll darstellt. Geschickter Perspektivenwechsel und eine bildhafte Sprache mit oft prägnanten Charakterisierungen trotz oft scheinbar einfachem Satzbau regen zum Nachdenken an. Hauptpersonen sind der unehelich geborene André Léoty, seine Mutter Gabrielle Léoty, deren Schwester Hélène sowie der biologische Vater Andrés(Paul Lachalme). Hélène und ihre Familie nehmen André auf Wunsch Gabrielles in ihre Familie auf. André leidet daran, dass er seinen Vater nie kennenlernt, scheut aber vor eigenen diesbezüglichen Initiativen zurück. Sowohl Paul Lachalme als auch die nach Emanzipation strebende Gabrielle haben Kommunikationsprobleme . Erst Antoine(Sohn Andrés) und sein Verwandter Armand erreichen eine halbwegs abschließende Bewertung ihrer Familiengeschichte. Insgesamt ein sehr lesenswerter Roman....
  • Re: Polizeigewalt in Paris
    (01.01.70 01:00) Forum : KLeine Bemerkung über die "casseurs de la République " : bin selber ein alter 68er und hab damals sehr oft friedlich demonstriert . Damals gab es , besonders in den Großstädten , was viele Demonstranten " les casseurs de la police = die Randalierer der Polizei " nannten , die nur da waren , um durch ihre Gewalttaten , die Demonstranten zu diskreditieren . Heute nennt man diese Randalierer "black blocks " . Die Polizei kennt sie alle , hat sie alle identifiziert , weiß , woher sie kommen und könnte sie deshalb leicht verhaften ...aber leider lâßt man denen freie Hand . Fragt Euch warum .Das sage nicht nur ich , sondern auch Linda Kebbab , eine Polizeigewerkschaftlerin : leider nur auf französisch https://www.youtube.com/watch?v=Y11Elk3S4oE...
  • Giscard d'Estaing
    (01.01.70 01:00) Forum : Die Nachricht vom Tod des ehemaligen französischen Präsidenten Giscard d'Estaing und die anschließenden Kommenatare in französischen Medien haben in mir auch einige Erinnerungen an meinen Französischunterricht und an meinen Strudienaufenthalt in Frankreich wachgerufen. Im Französischunterricht präsentierte uns der Lehrer eine Rede des Präsidentschaftsbewerbers und den dazu passenden Originaltext aus einer französischen Zeitung;der zentrale Begriff der Veränderung(le changement) bestimmte diese Rede und die damit verbundenen Hoffnungen auf eine freiere Gesellschaft auch als Antwort auf die 68-er-Bewegung. Trotz aller berechtigter Kritik an Giscard d'Estaing(Kommunikationsprobleme, Korruptionsaffäre um das Bokassa-Geschenk, neoliberale Politik,Giscard als Séducteur undTechnokrat )darf man ihn aber meiner Meinung nach nicht nur nach heutigen Maßstäben beurteilen. Er engagierte sich sehr für die Europa-Idee und die deutsch-französische Freundschaft(mit Bundeskanzler Schmidt) und führte viele wichtige liberale Reformen durch(sozial gerechtes Scheidungsrecht,Liberalisierung des Abtreibungsrechts, Wahlrecht ab 18 Jahren). Als Student in Frankreich haben mich vor allem die, Bemühungen dieses Präsidenten um neue Formen des Dialogs mit dem Volk beeindruckt(Fernsehen, Essen mit Leuten aus dem „Volk”), auch wenn dies manchen- auch mir- schon damals etwas hölzern und ungeschickt erschien....
  • Re: Wer hört welchen (Internet-) Radiosender?
    (01.01.70 01:00) Forum : France Info (Radio) ist auch gut(Reportagen, Interviews, alle 10 Minuten Kurznachrichten).Empfehlenswert ist auch die Sendung „Les informés”(Diskussion über politisches Tagesgeschehen: 20- 21 Uhr). France Inter kann ich vor allem für Reportagen und Interviews empfehlen(. z. B. 7- 9 Uhr mit Nicolas Demorand und Léa Salamé).Europe 1 bringt ab 22.30 Uhr psychologische Beratung und nachmittags(14- 15 Uhr : Hondelatte raconte) Reportagen zu historischen Kriminalfällen und geschichtlich interessanten Entwicklungen....
  • Simone , die Stimme der SNCF
    (01.01.70 01:00) Forum : Seit gut 39 Jahren gehört Simones Stimme zum Unbewußten aller per Bahn reisenden Franzosen . " Der Zug aus xxx kommt um xxx Uhr an "https://www.youtube.com/watch?v=mLdUhctu-cM ( mit frz. Untertiteln . )...
  • Re: Vendée Globe 2020/2021
    (01.01.70 01:00) Forum : Na, die ersten "Bastelstunden" hat der Thomson ja schon hinter sich, mal sehen was die "roaring forties" dem Feld bescheren werden.Selbst meine Tageszeitung hat es geschafft kurz über das Rennen zu berichten insbesondere natürlich im Fokus den deutschen Boris Herrmann, der sich mit zur Zeit Platz 5 ja ganz achtbar schlägt....
  • Isabelle Monnin, "les gens dans l'enveloppe"
    (01.01.70 01:00) Forum : 2012 kauft Isabelle Monnin im Internet einen Umschlag mit Familienfotos. Ohne Namen, ohne Daten. Sie beobachtet die Fotos von diesen unbekannten Menschen und entwickelt eine Geschichte. Das ist der Roman von den "gens dans l'enveloppe". Alles dreht sich um Michelle, die Mutter, die die Familie mit ihrem argentinischen Liebhaber verlässt. Die Tochter Laurence verbringt ihre Kindheit gemeinsam mit der Abwesenheit ihrer Mutter. Der Vater lebt auch im Haus aber ohne Motivation für irgendwas. Auch die Grossmutter ist da und behält die Familientraditionen (Sonntagsbrathuhn und Spaziergang bis zum Staudamm) bei. Der Sommer am üblichen campingplatz mit der Tante darf auch nicht fehlen. Dem Leser werden die Fotos als Beweise zu Verfügung gestellt.Nach dem Schreiben des Romans entscheidet sich die Autorin dafür, die auf den Fotos dargestelle Familie zu finden und sie kennen zu lernen. Die Ermittlung ist der 2te Teil des Buchs. Das Nummernschild eines Autos weist auf ein Departement hin. Der Kirchturm hilft, dank Internet, das Dorf zu finden. Erste Überraschung : es liegt 50km vom Heimatdorf der Autorin entfernt. Dann lernt die Autorin ihre Figuren kennen (wie aufregend für eine Schriftstellerin !) und der Leser darf sie dabei begleiten, denn über die Ermittlung wird in Form eines Tagebuchs berichtet. Tag für Tag treffen wir die aus dem Roman bekannten Figuren, wir erfahren ihre echte Namen, ihre Kindheit im Dorf, ihre Leben im Dorf und ausserhalb.... und stellen fest, dass der Roman immer wieder mit der Realität übereinstimmt. Ein Foto sagt also doch mehr als tausend Worte. Begleitend zum Buch komponierte Alex Beaupain (Komponist von den filmischen Musicals "les bien-aimés" und "les chansons d'amour") 10 Songs, die der Struktur des Romans folgen. Camélia Jordana, Clothilde Hesme und Françoise Fabian sowie Beaupain selbst singen. Die echten Familienmitglieder singen auch dazwischen Songs, die in ihren Leben wichtig waren.Das ganze Werk erschien 2015. Die Songs sind im Youtube zu finden.Ein sehr berührender Roman, eine spannende Ermittlung mit reizenden Figuren (sowohl im Roman als auch im echten Leben) und tolle Songs. Besonders interessant für diejenigen, die sich für Familiengeschichten und Ahnenforschung interessieren, sowie allgemein für das einfache Leben von ganz normalen Menschen, in dem sich oft vieles Universale versteckt. Besonders lobenswert ist der Stil der Autorin, gut geschrieben, angenehm zu lesen. Viele bewegende, einfallsreiche und treffende Formulierungen, die auf eine Arbeit mit der Sprache hindeuten, die aber nicht zum unlesbaren Experimentellen wird....
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